Ein Rückblick auf drei Jahrzehnte MIHO
Am 11. September 2026 feierte der Jugendtreff Mitterhofergasse, besser bekannt als MIHO, sein 30-jähriges Bestehen. Dieser besondere Ort, der seit den 90er-Jahren an die Gemeindebausiedlung Dr.-Franz-Koch-Hof in Wien angedockt ist, hat sich zu einem unverzichtbaren Bestandteil des sozialen Gefüges in Floridsdorf entwickelt. Jährlich besuchen rund 1000 Jugendliche die Einrichtung, die sich durch eine einzigartige Containerbauweise und eine innovative Herangehensweise an Jugendarbeit auszeichnet.
Mehr als nur ein Container
Die Geschichte des MIHO begann in den 1990er Jahren, als die Notwendigkeit erkannt wurde, kostenlose Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche in dicht besiedelten Gebieten zu schaffen. Die Einrichtung war Teil einer größeren Bewegung, die sich in Wien und anderen Teilen Österreichs ausbreitete, um den sozialen Zusammenhalt in städtischen Räumen zu stärken. Mit einer Fläche von 272 m² bietet das MIHO sowohl Gruppenräume als auch Rückzugsräume, die für gemeinsame Aktivitäten und individuelle Beratungen genutzt werden können.
Ein Paradigmenwechsel in der Jugendarbeit
Die offene Gestaltung mit großen Fensterscheiben stellte einen Paradigmenwechsel dar. Weg von den oft im Souterrain befindlichen Jugendeinrichtungen, hin zu transparenten, einsichtigen Räumen, in denen sich die Jugendlichen nicht verstecken müssen. Dieses Konzept fördert nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern auch die Sicherheit und das Vertrauen der Jugendlichen in die Betreuer.
Die Bedeutung von Jugendarbeit heute
In einer Zeit, in der junge Menschen ständig erreichbar sein müssen und sich Sorgen um ihre Zukunft machen, ist ein Ort wie das MIHO von unschätzbarem Wert. Die stellvertretende Bürgermeisterin und Jugend-Stadträtin Bettina Emmerling hebt hervor: „Rasante Entwicklungen und ständige Erreichbarkeit belasten die Jugend. Orte wie die MIHO sind daher unerlässlich, um Gehör zu finden und offen reden zu können.“
Ein Netzwerk der Unterstützung
Floridsdorfs Bezirksvorsteher Georg Papai und die Geschäftsführerin der Wiener Jugendzentren, Manuela Smertnik, betonten ebenfalls die Rolle der MIHO in der gut vernetzten Jugendarbeit in Floridsdorf. Smertnik betont: „Unsere Jugendarbeiter:innen stehen den Jugendlichen bei den unterschiedlichsten Belangen zur Seite und garantieren einen geschützten Raum und ein wertschätzendes Miteinander.“
Die Feierlichkeiten zum 30-jährigen Jubiläum
Die Feier auf der „MIHO-Wiese“ war ein lebhaftes Ereignis, das sowohl aktuelle als auch ehemalige Besucher zusammenbrachte. Der „MIHOtische Freitag“ und die Siedlungsfeste sind Highlights im Kalender der Einrichtung, doch ein runder Geburtstag ist etwas ganz Besonderes. Die Beteiligung der Jugendlichen an der Planung und Umsetzung der Feierlichkeiten zeigt, wie wichtig Partizipation und Mitbestimmung in der MIHO sind.
Eine Erfolgsgeschichte, die weitergeht
Das MIHO ist nicht nur ein Ort der Freizeitgestaltung, sondern auch ein Raum der persönlichen Entwicklung und des sozialen Lernens. Die Arbeit des Teams, das auf Partizipation setzt, ermöglicht den Jugendlichen, aktiv an der Gestaltung ihrer Umgebung teilzunehmen. Diese Herangehensweise hat sich bewährt und wird auch in Zukunft ein zentraler Bestandteil der Jugendarbeit im MIHO sein.
Vergleich mit anderen Bundesländern
In Österreich gibt es zahlreiche ähnliche Einrichtungen, die sich an den Bedürfnissen der Jugendlichen orientieren. Doch das MIHO hebt sich durch seine innovative Bauweise und die starke Einbindung der Jugendlichen in die Entscheidungsprozesse ab. Während in manchen Bundesländern Jugendeinrichtungen oft in alten Gebäuden untergebracht sind, setzt Wien auf moderne und einladende Architekturen, die den Bedürfnissen der jungen Generation gerecht werden.
Ein Blick in die Zukunft
Die Herausforderungen, vor denen junge Menschen heute stehen, sind komplexer denn je. Die Digitalisierung, der Klimawandel und soziale Ungleichheiten sind Themen, die die Generation Z beschäftigen. Einrichtungen wie das MIHO spielen eine entscheidende Rolle dabei, diesen Herausforderungen zu begegnen, indem sie Räume schaffen, in denen Jugendliche gehört werden und Unterstützung finden.
Ein ehemaliger Besucher fasst es treffend zusammen: „Obwohl das Ganze schon über 20 Jahre her ist, habe ich nach wie vor so viele Erinnerungen in meinem Herzen. Die Arbeit im MIHO ist heute wichtiger denn je.“
Fazit
Die 30 Jahre MIHO sind nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch eine Gelegenheit, die Bedeutung von Jugendarbeit in unserer Gesellschaft zu reflektieren. Das MIHO ist mehr als nur ein Container – es ist ein lebendiger Beweis dafür, wie wichtig es ist, jungen Menschen Räume zu bieten, in denen sie sich entfalten und entwickeln können. Auf die nächsten 30 Jahre!