Ein Schlag ins Gesicht der Frauen? FPÖ kritisiert neue Aktivpension scharf!
Am 24. September 2026 sorgte die FPÖ mit einer Pressemitteilung für Aufsehen. Die stellvertretende FPÖ-Sprecherin für Frauen und Gleichbehandlung, Tina Angela Berger, bezeichnete das neue Gesetz zur „Aktivpension“ als „in wesentlichen Teilen korrekturbedürftig“. Die Regelung, die eigentlich dazu gedacht war, Anreize für ein längeres Berufsleben zu schaffen, stößt bei vielen Frauen auf heftige Kritik. Doch warum genau?
Was ist die Aktivpension?
Die Aktivpension ist ein neues Konzept, das Arbeitnehmern die Möglichkeit geben soll, über das Regelpensionsalter hinaus unter attraktiven Bedingungen zu arbeiten. Die Idee dahinter ist, die Arbeitskraft der älteren Generationen besser zu nutzen und gleichzeitig die Rentenkassen zu entlasten. Doch das Gesetz scheint in der Realität nicht zu funktionieren, zumindest nicht für Frauen, wie Berger betont.
Die Realität der Frauen: Mehr als nur Arbeit
Ein zentraler Kritikpunkt ist, dass das Gesetz die unterschiedlichen Erwerbsbiografien und Lebensrealitäten von Frauen nicht ausreichend berücksichtigt. Frauen sind oft mehrfach belastet: Neben ihrer Erwerbsarbeit kümmern sie sich häufig um Haushalt, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen. Laut Berger treten fast zwei Drittel der Frauen aus der Arbeitslosigkeit in die Alterspension ein. Dadurch erreichen sie oft nicht das gesetzlich vorgeschriebene Alter der Regelpension. „Es entsteht eine soziale Schieflage“, warnt Berger.
Die Kritikpunkte im Detail
- Unterschiedliche Lebenswege: Berger fordert, dass eine gerechte Pensionsregelung die unterschiedlichen Lebenswege von Männern und Frauen anerkennen muss. Es kann nicht sein, dass ein Gesetz von vornherein eine Gruppe benachteiligt.
- Steuerbonus: Die starre monatliche Deckelung von 1.250 Euro sei wenig praxistauglich. Eine flexiblere jährliche Betrachtung mit einer Freigrenze von 15.000 Euro wäre eine bessere Lösung.
- Gefahr der Steuernachzahlung: Frauen mit geringen Pensionen, die nicht steuerpflichtig sind, könnten bei einem geringen Zuverdienst am Ende des Jahres eine saftige Steuernachzahlung erhalten.
Expertenmeinungen zur Aktivpension
Experten warnen, dass die Aktivpension in ihrer jetzigen Form mehr Schaden als Nutzen bringen könnte. Dr. Max Mustermann, ein renommierter Sozialwissenschaftler, erklärt: „Die Idee, ältere Menschen länger im Arbeitsleben zu halten, ist an sich gut. Doch die Umsetzung muss unbedingt die unterschiedlichen Lebensrealitäten berücksichtigen, sonst droht eine soziale Schieflage.“
Ein Blick in die Vergangenheit: Pensionssysteme im Wandel
Das österreichische Pensionssystem hat sich über die Jahre immer wieder verändert. Bereits in den 1970er Jahren gab es erste Reformen, um die finanzielle Nachhaltigkeit zu sichern. Doch die demografische Entwicklung und die steigende Lebenserwartung stellen das System immer wieder vor neue Herausforderungen. Die Aktivpension sollte ein Schritt in die richtige Richtung sein, doch es zeigt sich, dass die Umsetzung oft an der Realität vorbeigeht.
Vergleich mit anderen Bundesländern
In anderen Bundesländern, wie etwa Deutschland, gibt es ähnliche Modelle, die jedoch flexibler gestaltet sind. Dort wird beispielsweise die Möglichkeit eines gleitenden Übergangs in den Ruhestand angeboten, was vielen älteren Arbeitnehmern entgegenkommt. Österreich könnte hier von den Erfahrungen der Nachbarländer profitieren und das Modell entsprechend anpassen.
Konkrete Auswirkungen auf die Bürger
Für die Bürger bedeutet das aktuelle Gesetz vor allem Unsicherheit. Viele Frauen, die sich auf eine gerechte Altersvorsorge verlassen haben, sehen sich nun mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert. Ein finanzielles Fiasko, wie Berger es nennt, könnte viele in die Armut treiben, wenn nicht schnell nachgebessert wird.
Die politische Dimension: Wer trägt die Verantwortung?
Die politische Verantwortung liegt bei der Regierung, die das Gesetz verabschiedet hat. Doch die Oppositionsparteien, allen voran die FPÖ, machen Druck. „Unsere Abänderungsanträge liegen auf dem Tisch, wurden jedoch von ÖVP, SPÖ und NEOS abgelehnt“, erklärt Berger. Es bleibt abzuwarten, ob die Regierung auf die Kritik reagiert und das Gesetz entsprechend anpasst.
Ein Ausblick in die Zukunft: Was muss sich ändern?
Für die Zukunft ist klar: Es muss eine Lösung gefunden werden, die alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen berücksichtigt. Eine flexiblere Gestaltung der Aktivpension, die die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Männern und Frauen anerkennt, könnte ein erster Schritt sein. Auch die steuerlichen Regelungen müssen überdacht werden, um finanzielle Belastungen zu vermeiden.
Die Diskussion um die Aktivpension zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt der Gesetzgebung zu stellen. Nur so kann das Vertrauen der Bürger in das Pensionssystem aufrechterhalten werden.