Klagenfurt / Graz (OTS) – Mit der Eröffnung der Koralmbahn sind
Kärnten und die Steiermark im
vergangenen Dezember auch auf der Schiene spürbar zusammengerückt.
Nun folgt der nächste Schritt: Bei einem Treffen der beiden
Landesregierungen in Graz beschlossen Kärntens Landeshauptmann Daniel
Fellner und sein steirischer Amtskollege Mario Kunasek gemeinsam mit
ihren Regierungsteams 24 Anträge zur Vertiefung der Zusammenarbeit.
Im Mittelpunkt standen Wirtschaft und Innovation, Mobilität und
Infrastruktur, Bildung und Forschung, Gesundheit, Tourismus sowie der
Krisen- und Katastrophenschutz. Besonders erfreulich aus Sicht der
Wirtschaft: Der gemeinsame Zukunftsraum trägt künftig jenen Namen,
den die Wirtschaftskammern Kärnten und Steiermark bereits Jahre vor
der Eröffnung der Koralmbahn entwickelt und positioniert haben – AREA
Süd.
Vom Wirtschaftstraum zum Wirtschaftsraum
„Aus einer Vision der Wirtschaft wird Schritt für Schritt
politische Realität. Dass beide Landesregierungen die Zusammenarbeit
nun derart intensivieren und sich zur Dachmarke AREA Süd bekennen,
ist ein echter Meilenstein. Darauf dürfen wir durchaus ein wenig
stolz sein“, erklären Herk und Mandl. Die Wirtschaftskammern hätten
früh erkannt, dass die Koralmbahn weit mehr sei als eine neue
Zugverbindung: „Sie schafft die Grundlage für einen gemeinsamen
Wirtschaftsraum, der über Landesgrenzen hinweg denkt und handelt.“
Wirtschaftsraum von europäischem Format
Dieser Raum umfasst rund 1,8 Millionen Menschen, mehr als 50.000
Arbeitgeberbetriebe mit etwa 730.000 Beschäftigten und einer
Wirtschaftsleistung von knapp 70 Milliarden Euro. Damit entsteht
entlang der Achse Graz–Klagenfurt nach Wien der zweitgrößte
Ballungsraum Österreichs. Eine gemeinsame Befragung der beiden
Wirtschaftskammern unter mehr als 1.000 Unternehmen hatte bereits
2025 gezeigt, dass 90 Prozent eine verstärkte Kooperation zwischen
Kärnten und der Steiermark positiv oder überwiegend positiv
beurteilen.
Gemeinsam Chancen schaffen
Für die beiden WK-Direktoren Meinrad Höfferer (Kärnten) und Karl-
Heinz Dernoscheg (Steiermark) ist das politische Bekenntnis deshalb
nicht nur ein Erfolg für die Marke, sondern vor allem ein Auftrag:
„Ein gemeinsamer Name schafft Identität und Sichtbarkeit.
Entscheidend ist jetzt, die AREA Süd mit konkreten Inhalten zu füllen
– vom Ausbau der Infrastruktur über einen gemeinsamen Arbeits- und
Bildungsraum bis hin zu abgestimmten Standortbedingungen. Kärnten und
die Steiermark sollen künftig nicht gegeneinander um Chancen kämpfen,
sondern gemeinsam neue Chancen schaffen.“
Regionale Agenda entwickeln und umsetzen
Das Potenzial ist jedenfalls enorm, sind sich Herk und Mandl
einig: „Die Koralmbahn ist für den Süden Österreichs eine
Jahrhundertchance. Mit der AREA Süd geben wir diesem neuen
Wirtschaftsraum eine gemeinsame Identität und die nötige
Sichtbarkeit. Jetzt gilt es, eine gemeinsame regionalpolitische
Agenda umzusetzen und den Süden zu einem Vorzeigestandort in Europa
zu entwickeln.“
„Wächst zusammen, was zusammengehört“
Die Beschlüsse der Länderkonferenz reichen von einer gemeinsamen
Hochschulstrategie bis 2030 über eine verstärkte Kooperation in
Medizin und Gesundheitsversorgung bis zu gemeinsamen Initiativen in
Forschung, Tourismus, Katastrophenschutz und Infrastruktur. Damit
bekommt das Zusammenwachsen erstmals einen breiten politischen und
institutionellen Rahmen. „Wir haben immer gesagt: Mit der Koralmbahn
wächst zusammen, was zusammengehört. Nun wird aus diesem Satz ein
konkretes gemeinsames Programm“, betonen Herk und Mandl. „Die AREA
Süd ist heute keine bloße Zukunftsidee mehr. Sie wird zu einem realen
Wirtschafts- und Lebensraum – und zu einer starken neuen Stimme im
Süden Österreichs.“
Nächster Schritt: organisatorische Weiterentwicklung
Um das Momentum zu nutzen, das mit der politischen Annäherung der
beiden Bundesländer entstanden ist, schlagen Mandl und Herk nun die
Schaffung einer gemeinsamen Organisationsstruktur vor, die alle
Stakeholder des künftigen gemeinsamen Wirtschaftsraums einbinden und
seine koordinierte Weiterentwicklung vorantreiben soll. Ziel ist
nicht die Schaffung einer weiteren Behörde, sondern eine
eigenständige, schlanke Organisation mit drei Ebenen:
– AREA Süd Zukunftsrat : strategische Steuerung durch Länder,
Sozialpartner, Städte und zentrale Institutionen
– AREA Süd Entwicklungsforum : breite Einbindung aller Stakeholder
und Entwicklung gemeinsamer Projekte
– AREA Süd Management : kleine hauptamtliche Geschäftsstelle, die
Projekte koordiniert, Fördermittel erschließt, Fortschritte misst und
die Marke führt
Zum Entwicklungsforum sollten neben den beiden Ländern und
Wirtschaftskammern insbesondere die Städte Graz, Klagenfurt und
Villach, Hochschulen und Forschungseinrichtungen,
Industriellenvereinigungen, Arbeiterkammern, AMS-
Landesorganisationen, Tourismusverbände, Verkehrs- und
Infrastrukturunternehmen, Flughäfen sowie Vertreter der Regionen und
Leitbetriebe gehören. Wichtig sind eine paritätische Trägerschaft und
Führung durch Kärnten und die Steiermark sowie ein jährlich
veröffentlichter AREA-Süd-Monitor. Dieser soll anhand klarer
Kennzahlen sichtbar machen, wie sich Pendlerströme, Arbeitsmarkt,
Betriebsansiedlungen, Forschung, Verkehr, Tourismus und gemeinsame
Projekte entwickeln.