Wien (OTS) – Aktuelle Mitgliederbefragung von Austrian Leading Sights
zeigt
rückläufige Besucherzahlen bei einem Großteil der führenden
österreichischen Sehenswürdigkeiten, besonders ausgeprägt in Wien –
der Verein sieht im geplanten „Kultureuro“ ein zusätzliches Hindernis
für die Branche.
Während zuletzt vielfach von Rekordzahlen im österreichischen
Tourismus berichtet wurde, zeichnet eine aktuelle Umfrage unter den
Mitgliedern des Vereins Austrian Leading Sights ein differenzierteres
Bild: 80 % der befragten Institutionen berichten sowohl für Juli als
auch für August 2026 von rückläufigen Besucherzahlen im Vergleich zum
Vorjahr – rund 40 % davon mit einem Rückgang von über 10 %. Seit
Jahresbeginn verstärkt sich dieser Trend: 88 % der befragten
Mitglieder verzeichnen ein Minus gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang in Wien. Aber auch in
anderen Bundesländern wie Tirol, Salzburg, Niederösterreich,
Burgenland und Kärnten berichten Mitgliedsinstitutionen von sinkenden
Besucherzahlen – der Trend ist damit bundesweit spürbar, mit einem
klaren Schwerpunkt in der Bundeshauptstadt.
Für Austrian Leading Sights ist Transparenz hier zentral: Der Verein
sieht es als seine Aufgabe, diese Zahlen offen zu kommunizieren, auch
wenn sie nicht dem aktuell vermittelten öffentlichen Bild
entsprechen. Denn nur eine realistische Einschätzung der Lage
ermöglicht sinnvolle politische und wirtschaftliche Entscheidungen im
Tourismus- und Kulturbereich.
Zwtl.: Kultureuro: Zusätzliche Hürde statt Entlastung
Vor diesem Hintergrund reagiert Austrian Leading Sights auf die
Pläne der Stadt Wien zur Einführung eines „Kultureuro“ – eines
möglichen Aufschlags von rund 12,5 % auf Eintrittskarten für
Konzerte, Theater und Museen – mit Unverständnis und Sorge.
Eine zusätzliche Abgabe in einer Phase sinkender Besucherzahlen würde
die betroffenen Institutionen zusätzlich belasten und könnte den
Rückgang weiter verstärken, statt ihm entgegenzuwirken.Gemeinsam mit
der bereits beschlossenen Erhöhung der Ortstaxe würde der Kultureuro
die Kosten für einen Kulturbesuch spürbar in die Höhe treiben – mit
besonderen Auswirkungen auf Familien, junge Menschen und
preissensible Gruppen, die einen wesentlichen Teil des Publikums der
führenden österreichischen Sehenswürdigkeiten stellen.
Austrian Leading Sights fordert daher, in dieser für die
Kulturinstitutionen kritischen Situation von der Einführung des
Kultureuro abzusehen und stattdessen für eine Entlastung statt einer
zusätzlichen Belastung zu sorgen. Es gilt gemeinsam Maßnahmen und
zusätzliche Anreize zu schaffen, die Besucher:innen nachhaltig
zurückgewinnen – etwa durch eine Sonntagsöffnung, anstatt sie durch
höhere Preise zusätzlich abzuschrecken.
Über Austrian Leading Sights
Austrian Leading Sights ist die politisch unabhängige
Interessensvertretung führender österreichischer Sehenswürdigkeiten
und vertritt 58 Mitglieder mit insgesamt mehr als 27 Millionen
Besucherinnen und Besuchern jährlich.