Ein neuer Weg im Straßenbau: Wiens innovative Granitstrategie
Wien, die Hauptstadt Österreichs, bekannt für ihre historische Architektur und lebendige Kultur, geht neue Wege im Bereich der Kreislaufwirtschaft. Am 1. Februar 2026 verkündete die Stadt Wien eine bahnbrechende Initiative: Gebrauchte Granitsteine aus Straßensanierungen werden nicht mehr einfach entsorgt, sondern finden ein neues Leben. Dies ist ein bedeutender Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.
Granit: Ein wertvoller, aber begrenzter Rohstoff
Granit ist ein Naturstein, der für seine außergewöhnliche Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit bekannt ist. In Wien sind zahlreiche Straßen und Plätze mit diesem edlen Material gepflastert. Doch Granit ist nicht unbegrenzt verfügbar. Seine Gewinnung erfordert aufwändige Abbauprozesse, die nicht nur kostspielig, sondern auch umweltbelastend sind. Aus diesem Grund hat die Stadt Wien beschlossen, die Wiederverwendung dieses wertvollen Materials zu fördern.
Die Abteilung Zentraler Einkauf und Logistik (MA 54) der Stadt Wien hat in Zusammenarbeit mit der Magistratsabteilung Straßenverwaltung und Straßenbau (MA 28) ein Programm entwickelt, um gebrauchte Granitsteine fachgerecht zu demontieren und für neue Zwecke aufzubereiten. Diese Maßnahme ist Teil der umfassenden Kreislaufwirtschafts-Strategie der Stadt, die darauf abzielt, Ressourcen zu schonen und Abfall zu reduzieren.
Die Magie der Wiederverwendung: Wie aus alt neu wird
Nach der Demontage werden die Granitsteine gereinigt und geschnitten, um sie für verschiedene neue Einsatzmöglichkeiten vorzubereiten. Ob als dekorative Wegpflasterung, robuste Treppenstufen oder elegante Einfassungen im Garten- und Landschaftsbau – die Möglichkeiten sind vielfältig. Besonders bei denkmalgerechten Sanierungen finden die wiederaufbereiteten Steine großen Anklang, da sie sich harmonisch in das historische Stadtbild einfügen.
„Das ist für uns gelebte Kreislaufwirtschaft im Sinne unserer Strategie“, betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. „Ein wertvoller Naturbaustoff kann weiter genutzt werden und es fallen keine Entsorgungskosten an.“ Diese Aussage unterstreicht die Bedeutung der Initiative für die Stadt und ihre Bewohner.
Ökologische und wirtschaftliche Vorteile
Ein Beitrag zum Klimaschutz
Die Wiederverwendung von Granitsteinen hat nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern leistet auch einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Durch die Reduzierung des Bedarfs an neuem Granit werden weniger Rohstoffe abgebaut, was wiederum den CO2-Ausstoß verringert. Laut Abteilungsleiter Herbert Aschenbrenner werden ausschließlich inländische Betriebe zur Abgabe von Kaufangeboten eingeladen, um die Transportwege kurz zu halten und somit die Umweltbelastung weiter zu minimieren.
Ein Gewinn für die öffentliche Kasse
Die wirtschaftlichen Vorteile dieser Strategie sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Der Verkauf der gebrauchten Granitsteine bringt der Stadt nicht nur Einnahmen, sondern spart auch Entsorgungskosten. „Werden Materialien dennoch ausgesondert, schafft ihr Weiterverkauf einen doppelten Mehrwert: Wertvolle Ressourcen bleiben im Kreislauf und öffentliche Mittel werden durch eine wirtschaftliche Nachnutzung geschont“, erklärt Thomas Keller, Abteilungsleiter der MA 28.
Historische Vergleiche: Ein Blick in die Vergangenheit
Die Idee der Wiederverwendung ist keineswegs neu. Schon in der Antike wurden Baumaterialien wiederverwendet, um Ressourcen zu sparen und die Baukosten zu senken. In Rom, der ewigen Stadt, wurden Marmorsäulen und -platten häufig aus alten Gebäuden entnommen und in neuen Bauwerken verwendet. Dieser Ansatz zeigt, dass die Wiederverwendung von Materialien nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch historisch verankert ist.
Vergleich mit anderen Bundesländern
Während Wien mit seiner Granitinitiative eine Vorreiterrolle einnimmt, gibt es auch in anderen österreichischen Bundesländern ähnliche Bestrebungen. In der Steiermark beispielsweise wird ebenfalls verstärkt auf die Wiederverwertung von Baumaterialien gesetzt, um die Umweltbelastung zu reduzieren und die Kosten zu senken. Der Erfolg dieser Maßnahmen hängt jedoch stark von der Infrastruktur und den verfügbaren Ressourcen ab.
Die Auswirkungen auf die Bürger: Ein Gewinn für alle
Für die Bürger Wiens bedeutet die Initiative nicht nur eine sauberere Stadt, sondern auch ein Bewusstsein für nachhaltiges Handeln. Durch die Wiederverwendung der Granitsteine bleibt das Stadtbild erhalten, während gleichzeitig die Umwelt geschont wird. Die eingesparten Mittel können in andere öffentliche Projekte investiert werden, was letztlich allen zugutekommt.
Expertenmeinungen: Ein Blick in die Zukunft
„Die Wiederverwendung von Granitsteinen ist ein Paradebeispiel für nachhaltiges Wirtschaften“, sagt Dr. Martina Huber, Expertin für Kreislaufwirtschaft. „Es zeigt, dass durch kluges Management und innovative Strategien sowohl ökologische als auch ökonomische Ziele erreicht werden können.“
Der Zukunftsausblick ist vielversprechend. Die Stadt Wien plant, die Initiative auf weitere Materialien auszuweiten und so den Weg für eine vollständig zirkuläre Bauwirtschaft zu ebnen. Dies könnte nicht nur die Emissionen weiter senken, sondern auch neue Arbeitsplätze in der Aufbereitungs- und Bauindustrie schaffen.
Fazit: Wien als Vorbild für nachhaltiges Bauen
Die Entscheidung der Stadt Wien, gebrauchte Granitsteine wiederzuverwenden, ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft. Sie zeigt, wie durch intelligente Nutzung vorhandener Ressourcen sowohl die Umwelt als auch die Wirtschaft profitieren können. Mit dieser Initiative setzt Wien ein starkes Zeichen und könnte als Vorbild für andere Städte und Gemeinden dienen.
Die Pressebilder zu dieser bahnbrechenden Initiative sind in Kürze auf der offiziellen Website der Stadt Wien verfügbar und bieten einen visuellen Einblick in die Umsetzung dieser nachhaltigen Strategie.