Kosmetik

Harald Pokieser porträtiert für „Universum“ den „Tanganjikasee – Das blaue Herz Afrikas“

Wien (OTS) – Der Tanganjikasee ist ein Gigant, der im Verborgenen
lebt. Er zählt
zu den größten und tiefsten Seen der Erde. Dennoch ist dieses
Naturjuwel kaum bekannt und wenig besucht. Dabei tummeln sich in den
türkisfarbenen Buchten Flusspferde, Elefanten, Paviane und Krokodile.
Unter Wasser offenbart sich eine Welt aus bunten Fischen, Schwämmen
und Krebsen. Für viele Menschen ist der Tanganjikasee
Lebensgrundlage. Abholzung und Überfischung, aber auch der
Klimawandel hinterlassen jedoch Spuren in diesem einzigartigen
Naturparadies, wie die „Universum“-Dokumentation „Tanganjikasee – Das
blaue Herz Afrikas“ von Harald Pokieser am Dienstag, dem 22. Juli
2025, um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON zeigt. Der Film entstand
als Koproduktion von ORF, ZDF/ARTE, Cosmos Factory und ORF-
Enterprise.

Der Tanganjikasee ist seit seiner Entstehung vor 15 Millionen Jahren
niemals ausgetrocknet. Die Evolution hatte also alle Zeit der Welt,
um eine bunte Vielfalt an Lebewesen entstehen zu lassen. Wie in einem
tropischen Meer leben im warmen Wasser des Tanganjikasees Schwämme,
Krebse, Garnelen und Schnecken. Wissenschafter:innen aus aller Welt
kommen aber zum See, um an den mehr als 200 meist sehr
unterschiedlichen Arten von Buntbarschen zu forschen. Manche dieser
Fische brüten ihre Eier im Maul aus, andere in leeren
Schneckenhäusern, der kleinste Buntbarsch ist gerade so groß wie ein
Fingernagel. Der größte dieser Familie ist ein Raubfisch und gut 70
Zentimeter lang. Biologen-Teams der Universität Graz, die seit
Jahrzehnten am Südufer in Sambia arbeiten, verfügen mittlerweile über
eine vollständige Gendatenbank aller bekannten Arten. Darin können
sie wie in einer Bibliothek über die Evolution der Buntbarsche lesen
und auf diese Weise alle Gene isolieren. So finden die Forscher:innen
heraus, wie eine neue Art entsteht. Ein weiteres Naturwunder im
Tanganjikasee sind riesige Schwärme von Süßwassersardinen – die
Lebensgrundlage Hunderttausender Menschen an den Seeufern. Auch ihr
Abenteuer begann vor Urzeiten, als sie vom Meer in die Flüsse Afrikas
wanderten.

Geologisch betrachtet ist der Tanganjikasee der größte Canyon der
Welt, 670 Kilometer lang und bis zu 1.400 Meter tief. An den Ufern
ragen Felswände und Bergketten in den Himmel. Das schönste und
höchste Gebirge liegt im Mahale-Mountains-Nationalpark. In den
unberührten Bergwäldern von Mahale leben mehr als 1.000 Schimpansen
und eine Vielzahl anderer Primaten wie Steppenpaviane und Uganda-
Stummelaffen. Mahale ist von einer noch größeren Wildnis umgeben und
ebenso unzugänglich wie der Nsumbu-Nationalpark in Sambia. Der Park
im Süden des Sees schützt türkisfarbige Buchten mit Flusspferden und
Krokodilen, Sümpfe, Auwälder und eine 2.000 Quadratkilometer große
Trockensavanne. Anders als Mahale wurde Nsumbu in der Vergangenheit
von Wilderern praktisch leergeschossen. Dank einer Initiative des
sambischen Ökologen Craig Zytkow konnte das Schutzgebiet im letzten
Augenblick gerettet werden. 2021 wurden in einer abenteuerlichen
Aktion 200 Kaffernbüffel und 40 Zebras in den Park transportiert und
dort freigelassen. Dank Unterstützung der Frankfurter Zoologischen
Gesellschaft gibt es zudem neue Fahrzeuge und gut ausgebildete
Ranger. Seither können Büffel, Zebras und Antilopen wieder ungestört
durch die Savanne ziehen und auch die letzte Elefantenherde des
Tanganjikasees wagt sich wieder an die Ufer.

Den Schutz hat der See dringend nötig. Die Bevölkerung wächst, die
Fischbestände gehen dramatisch zurück. Zudem ist der Wasserstand des
Tanganjikasees auf Rekordniveau, ganze Strände sind verschwunden und
viele Dörfer überschwemmt. Eine Ursache ist die Erosion durch das
Abholzen der Uferwälder. Aber auch der Klimawandel und immer stärkere
Regenfälle könnten eine Rolle spielen. Das berühmteste Schutzgebiet
am Tanganjikasee ist der Gombe-Stream-Nationalpark in Tansania im
Nordosten des Sees. Hier verbrachte Jane Goodall ihr
Forscherinnenleben, hier beobachtete sie seit den 1960er Jahren
Schimpansen und schrieb ihre berühmten Bücher. Weniger bekannt, aber
ebenso spannend sind die Anubispaviane von Gombe, die ebenfalls seit
Jahrzehnten erforscht werden.

Regisseur Harald Pokieser: „Wenn ich gefragt werde, wo es mir am
besten gefällt, sage ich meistens ‚am Tanganjikasee‘. Man steht vor
dieser riesigen Wasserfläche auf einem weißen Sandstrand, das Wasser
ist warm und klar wie in der Karibik. Da denkt man sich, anderswo
würde hier ein Hotel neben dem anderen stehen, aber hier hast du
Mühe, ein Quartier zu finden. Nirgendwo siehst du Bananenboote,
Paraglider oder Windsurfer. Es ist, als hätten die Reisbüros einen
der schönsten und größten Seen der Welt einfach übersehen.“

Christian Sturmbauer, Institut für Zoologie, Universität Graz: „Für
uns Evolutionsforscher ist der See mindestens so bedeutend wie die
berühmten Galapagosinseln. Dort haben sich in Isolation über
Millionen Jahre aus einer Art elf Arten von Galapagos-Finken
entwickelt. Am Tanganjikasee hat die Evolution aber 240
Buntbarscharten hervorgebracht. Das ist einzigartig.“

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