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Die Ernte stimmt, die Rechnung nicht: Land&Forst Betriebe zwischen Stabilität und steigenden Herausforderungen

Wien (OTS) – Die Land&Forst Betriebe Österreich zeichnen im Rahmen
ihrer
Wirtschaftspressekonferenz 2026 ein klares Bild: Die heimische Land-
und Forstwirtschaft zeigt sich nach einem stabilen Jahr 2025 zwar
robust, steht jedoch zunehmend unter Druck. Steigende Kosten,
geopolitische Entwicklungen, unsichere politische Rahmenbedingungen
und der Klimawandel führen dazu, dass die Situation vieler Betriebe
zunehmend schwieriger wird.

Stabile Ernte, steigende Kosten

Nach mehreren herausfordernden Jahren brachte 2025 eine spürbare
Entspannung für die Branche. Gute Niederschläge und stabile Preise
sorgten für ein insgesamt solides Jahr. Gleichzeitig gab es deutlich
weniger Schadereignisse als 2024, was wesentlich zur positiven
Entwicklung beigetragen hat. Der Holzeinschlag lag mit rund 19,5
Millionen Festmetern nur leicht unter dem Vorjahr. Für 2026 wird laut
FHP-Prognose wieder ein leichter Anstieg auf rund 19,8 Millionen
Festmeter erwartet. Insgesamt bleibt die Produktion stabil auf hohem
Niveau.

Trotz dieser positiven Entwicklung zeigt sich jedoch eine
strukturelle Herausforderung für die Forstbetriebe. Die Kosten
steigen kontinuierlich und deutlich. So sind etwa die Holzerntekosten
in den vergangenen fünf Jahren um rund 22% gestiegen. Die
Gesamtkosten weisen eine Steigung um ganze 35% in den letzten fünf
Jahren auf.

„ Der Einschlag der österreichischen Forstwirtschaft ist seit
einigen Jahren auf einem stabilen, hohen Niveau. Das Forstjahr 2025
zeichnete sich durch insgesamt wenige Kalamitäten, regional gute
Niederschläge und eine stabile Preisentwicklung aus. Die Kosten
wachsen aber zum Teil schneller als die Bäume “, so Generalsekretär
DI Martin Kubli. „ Nach einem guten Start in das Forstjahr 2026,
weisen sowohl die Marktbedingungen, als auch der fehlende
Niederschlag negative Vorzeichen für das laufende Jahr auf.
Insbesondere die aktuellen Waldbrände zeigen wie stark der Wald vom
Klimawandel betroffen ist. “

Geopolitische Entwicklungen treffen die Betriebe direkt

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung sind geopolitische
Krisen. Die aktuelle Iran-Krise hat direkte Auswirkungen auf die
heimische Land-, Forst- und Holzwirtschaft. Ein Markt von rund 4
Millionen Kubikmetern Nadelschnittholz ist betroffen, Lieferketten
sind gestört und Absatzmärkte brechen kurzfristig weg.

Gleichzeitig kommt es zu massiven Kostensteigerungen im Transport
und in der Logistik, die die wirtschaftliche Situation zusätzlich
verschärfen. Auch steigende Energie- und Düngemittelpreise erhöhen
den Druck auf die Betriebe deutlich. Diese Entwicklungen führen dazu,
dass zentrale Betriebsmittel teurer werden und Produktionskosten
spürbar ansteigen.

„ Somit haben wir eine doppelte Belastung: auf der einen Seite
fallen wichtige Absatzmärkte in der Wertschöpfungskette weg, auf der
anderen Seite steigen die Kosten, wie bei Düngemittel und Treibstoff.
Genau diese Kombination ist für unsere Betriebe besonders
problematisch. Die von uns geforderte und von der Bundesregierung
angekündigte Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung ist daher
ein richtiger und wichtiger Schritt, um die Betriebe in dieser
Situation zu entlasten “, erklärt Präsident der Land&Forst Betriebe
Österreich Konrad Mylius.

EU-Regelungen verstärken Unsicherheit

Auch die politischen Rahmenbedingungen tragen zur angespannten
Situation bei. Besonders kritisch sehen die LFBÖ die Umsetzung der EU
-Entwaldungsverordnung (EUDR).

„ Noch nie wurde eine EU-Verordnung zweimal verschoben. Das zeigt
die vielen Mängel der Verordnung “, kritisiert Mylius. „ Das Problem
ist nicht das Ziel der Verordnung – im Gegenteil, dieses unterstützen
wir ausdrücklich. Während sie in Ländern mit tatsächlichem
Entwaldungsrisiko ihr Ziel verfehlt, schafft sie hier zu Lande
Unsicherheit und erhöht die Bürokratie.“

Auch die EU-Renaturierungsverordnung wirft grundlegende Fragen
auf. Eine Vielzahl an Maßnahmen wird vorgegeben, deren konkrete
Umsetzung und Finanzierung jedoch ungeklärt bleibt.

„ Hier werden neue Aufgaben definiert, ohne dass klar ist, wie
sie finanziert werden sollen. Besonders kritisch ist, dass immer
wieder eine Finanzierung über bestehende Agrarmittel im Raum steht.
Für uns ist klar: Die Renaturierung darf nicht aus der Gemeinsamen
Agrarpolitik finanziert werden. Neue Aufgaben brauchen zusätzliche
Mittel “, betont Mylius.

Klimawandel erhöht den Anpassungsdruck

Parallel dazu stehen die Betriebe vor den Herausforderungen des
Klimawandels. Der notwendige Waldumbau, verstärkte Pflege und
Investitionen in klimafitte Bestände führen zu einem steigenden
Anpassungsdruck und zu zusätzlichen Kosten. Die Forstbetriebe
investieren, trotz schwieriger Rahmenbedingungen, bereits heute
massiv in den Wald der Zukunft. Eine zentrale Rolle spielt dabei der
Waldfonds.

„ Der Waldfonds ist eines der wirksamsten Instrumente, um die
Anpassung unserer Wälder aktiv zu unterstützen. Er ermöglicht
Investitionen in klimafitte Bestände und stärkt die Resilienz der
Wälder. Trotz der aktuellen budgetären Situation ist es entscheidend,
diesen Weg konsequent weiterzugehen und den Waldfonds fortzuführen “,
so Mylius.

Abschließend betont der Präsident der Land&Forst Betriebe:

„ Die Land- und Forstbetriebe übernehmen seit Jahrzehnten
Verantwortung. Für den Wald, für den Klimaschutz und für die
Versorgung. Aber dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen.
Ohne wirtschaftlich stabile Betriebe wird es weder nachhaltige
Forstwirtschaft noch wirksamen Klimaschutz geben. Damit die Rechnung
wieder stimmt, müssen jetzt die richtigen politischen Entscheidungen
getroffen werden. “

Die Land&Forst Betriebe Österreich sind die freiwillige
Vereinigung österreichischer Landbewirtschafter, mit der Zielsetzung,
Österreichs Wälder und Felder als betriebliche Grundlage und
gesellschaftlichen Mehrwert zu erhalten und Bewusstsein für die
Anliegen privater land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und deren
Tätigkeit zu schaffen. Die Mitgliedsbetriebe der Land&Forst Betriebe
Österreich bewirtschaften zusammen mehr als ein Viertel des
österreichischen Waldes und produzieren jede fünfte Tonne des
österreichischen Getreides.

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