Kosmetik

Südwind: Paketabgabe muss erster Schritt sein. Für gerechte Mode braucht es mehr

Wien (OTS) – Die Menschenrechtsorganisation Südwind begrüßt die in
Österreich
beschlossene Paketabgabe für große Online-Plattformen als ersten
Schritt in die richtige Richtung und fordert notwendige
Begleitmaßnahmen. „Die Paketabgabe allein wird das ausbeuterische
Geschäftsmodell von Fast-Fashion nicht beenden. Sie ist ein wichtiger
erster Schritt, aber sie ändert nichts an der Überproduktion, der
systematischen Ausbeutung von Arbeiter:innen und dem
verschwenderischen Umgang mit Ressourcen“, sagt Lena Gruber, Südwind-
Sprecherin für Texitllieferketten. „Um ein so schädliches und
menschenverachtendes System, nachhaltig zu verbessern, braucht es ein
enges Zusammenwirken von Regularien.“

Südwind fordert daher von der Bundesregierung einen umfassenden
Maßnahmenplan für gerechte Mode . Dazu zählt unter anderem ein Verbot
von manipulativen Verkaufspraktiken – wie etwa künstliche Verknappung
oder Gamification – Transparenzpflichten für Lieferketten und eine
verbindliche Verantwortung von Unternehmen für die Einhaltung von
Menschenrechten und Umweltstandards.

Lena Gruber: “Einerseits müssen bestehende Regularien konsequent
umgesetzt werden, wie der Digital Services Act (DSA), die „Empowering
Consumers for the Green Transition“-Richtlinie (EmpCo) und die
Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR). Andererseits braucht es
eine stärkere Koordinierung zwischen Behörden, um rechtliche
Schlupflöcher zu schließen.” Südwind schlägt dafür die Einberufung
einer nationalen Just Fashion Taskforce vor. Diese sollte
Expert:innen, Ministerien und Behörden zusammenbringen, um in einer
fragmentierten Rechtslage praxisnahe, durchführbare Lösungen zu
entwickeln für effektive Kontrollen und Sanktionen bei Verstößen .

Die Paketabgabe adressiert zwar den massenhaften Import von
Kleinstpaketen, doch sie lässt die Kernprobleme der Modeindustrie
unberührt: Arbeiter:innen in Produktionsländern arbeiten oft unter
gesundheitsgefährdenden Bedingungen und erhalten nur 20 bis 50
Prozent eines existenzsichernden Lohns. Zusätzlich ist die
Modeindustrie einer der größten Verursacher von Klimaschäden und
Textilmüll. Effektive Kontrollen, um dagegen vorzugehen, fehlen
weithin.

Die Südwind-Petition für eine gerechte Modeindustrie findet sich
online unter: suedwind.at/justfashion

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