Wien (OTS) – Auch die vierte Verhandlungsrunde zwischen
Arbeitgeber:innen und
Gewerkschaft im Bereich Werbung und Marktkommunikation Wien hat trotz
intensiver und konstruktiver Gespräche zu keiner Einigung geführt.
Die Arbeitgeber:innenseite legte mehrere verantwortungsvolle Angebote
vor, die sowohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Branche
als auch die soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden
berücksichtigen.
„Wir haben ernsthaft nach einer gemeinsamen Lösung gesucht. Die
aktuellen Forderungen der Gewerkschaft liegen jedoch deutlich über
dem wirtschaftlich tragfähigen Rahmen. In der derzeitigen Situation
sind diese nicht erfüllbar“, betont Roland Grafl, stellvertretender
Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien.
Zwtl.: Branche im wirtschaftlichen Spannungsfeld
Die Unternehmen der Werbe- und Kommunikationsbranche stehen unter
erheblichem Druck: hohe Inflation, steigende Lohnnebenkosten,
dynamische Veränderungen und ein zunehmender internationaler
Wettbewerb erschweren das wirtschaftliche Handeln. Österreich zählt
im EU-Vergleich weiterhin zu den Ländern mit den höchsten
Arbeitskosten – ein zusätzlicher Belastungsfaktor für die
Wettbewerbsfähigkeit.
Dass große Auftraggebende Restrukturierungen und Kündigungen
gemeldet haben oder sogar in die Insolvenz geschlittert sind, zeigt
die dramatische Lage. Schwächeln diese Unternehmen, trifft das die
Werbebranche unmittelbar – Auftragsvolumen, Investitionen und
Planungssicherheit geraten ins Wanken. Viele Betriebe mussten bereits
heute schwierige wirtschaftliche Entscheidungen treffen.
Zwtl.: Arbeitgeber:innenangebot: Fair, verantwortungsvoll und
zukunftsorientiert
Ziel der Arbeitgeber:innenseite ist es, die Herausforderungen der
aktuellen Wirtschaftslage im Sinne einer funktionierenden
Sozialpartnerschaft gemeinsam zu bewältigen. Roland Grafl betont:
„Unser zentraler Grundsatz lautet: Die Inflationslast soll fair
zwischen Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen geteilt werden, um
die Stabilität der Unternehmen und Arbeitsplätze langfristig zu
sichern.“
Das vorgelegte Angebot umfasst unter anderem:
– überproportionale Erhöhungen in den unteren Verwendungsgruppen,
– vollen Inflationsausgleich für Lehrlinge,
– maßvolle Anpassungen in den höchsten Verwendungsgruppen , um die
Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu gewährleisten.
Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass Arbeitsplätze in der
Branche gehalten werden können.
Zwtl.: Arbeitgeber:innen bleiben gesprächsbereit
Die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien betont ihre
Bereitschaft, die Verhandlungen konstruktiv fortzusetzen.
Entscheidend ist, dass in den kommenden Runden eine für beide Seiten
tragbare Lösung gefunden wird. Bis dahin gilt der aktuelle
Kollektivvertrag für Angestellte in Betrieben der Fachgruppe Werbung
und Marktkommunikation Wien unverändert weiter.
„Nur wenn wirtschaftliche Vernunft und soziale Verantwortung
gleichermaßen berücksichtigt werden, können Unternehmen und
Beschäftigte gestärkt aus dieser herausfordernden Phase hervorgehen“,
so die Arbeitgeber:innenseite.