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World Mental Health Day: Unterstützung in humanitären Notlagen

Wien (OTS) – Unter dem diesjährigen Motto des World Mental Health Day
„Unterstützung in humanitären Notlagen“ macht der Berufsverband
Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) darauf
aufmerksam, dass psychische Erkrankungen längst keine Randerscheinung
sind. Kriege, Naturkatastrophen und Armut hinterlassen weltweit tiefe
Spuren – und auch in Österreich zählen psychische Erkrankungen zu den
größten gesundheitlichen Herausforderungen. Rund jede dritte Person
ist im Laufe ihres Lebens betroffen.

Humanitäre Krisen treffen Menschen doppelt: Neben der
unmittelbaren Bedrohung durch Gewalt, Verlust oder Unsicherheit
leiden viele an den psychischen Folgen. Depressionen, Angststörungen
und Abhängigkeitserkrankungen gehören zu den häufigsten Diagnosen.
Schätzungen zufolge leben allein in Österreich etwa 730.000 Menschen
mit einer Depression. Angststörungen sind ebenso weit verbreitet und
treten nicht selten gemeinsam mit Suchterkrankungen auf.

Kinder und Jugendliche berichten vermehrt über depressive
Symptome, Ängste oder suizidale Gedanken. Diese Entwicklungen darf
nicht aus den Augen verloren werden – denn die psychische Gesundheit
der jungen Generation ist entscheidend für unsere gemeinsame Zukunft.
Verschärft wird die Lage durch sozioökonomische Faktoren wie Armut,
Arbeitslosigkeit und instabile Lebensverhältnisse – ebenso wie durch
Gewalterfahrungen, von denen insbesondere Frauen betroffen sind.

„Psychische Gesundheit ist kein individuelles Schicksal, sondern
ein Spiegel unserer Gesellschaft. Gerade zum Welttag der psychischen
Gesundheit müssen wir erkennen: Belastungen wie Depression, Angst
oder Suizidgedanken betreffen besonders jene, die ohnehin wenig
Ressourcen haben. Wenn wir wirklich vorbeugen wollen, brauchen wir
integrierte Strategien, die soziale Ungleichheit, Gewalterfahrungen
und psychische Belastungen gemeinsam in den Blick nehmen“, betont BÖP
-Präsidentin ao. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger.

Psychische Gesundheit ist ein zentraler Pfeiler unseres
gesellschaftlichen Zusammenhalts. Wer sie vernachlässigt, gefährdet
nicht nur einzelne Betroffene, sondern auch die Stabilität der
gesamten Gesellschaft. Gerade in humanitären Notlagen braucht es
niederschwellige Angebote, die schnelle Entlastung und Orientierung
geben.

Klinische PsychologInnen und GesundheitspsychologInnen leisten in
diesen Situationen unmittelbare Hilfe, stabilisieren und begleiten
Betroffene bei der Verarbeitung von Belastungen. Gleichzeitig stärken
sie vorhandene Ressourcen und tragen entscheidend zur Prävention bei
– mit dem Ziel, dass Menschen nicht nur eine Krise überstehen,
sondern nachhaltig Lebensqualität und Teilhabe zurückgewinnen.

Primärversorgung und neue Wege wie „Social Prescribing“ . Ein
wichtiger Baustein dafür sind die Primärversorgungszentren. Sie sind
der ideale Ort, um psychologische und gesundheitspsychologische
Unterstützung frühzeitig einzubinden – sei es, um erste Belastungen
zu erkennen oder um körperliche Folgeerkrankungen zu verhindern. Ein
innovativer Ansatz ist das sogenannte „Social Prescribing“: ÄrztInnen
verordnen dabei nicht nur Medikamente, sondern auch soziale,
psychologische oder gesundheitspsychologische Unterstützung, etwa bei
Lebensstilveränderungen.

Erste Hilfe und Wegweiser zu nachhaltiger Unterstützung. Die BÖP-
Helpline ist kostenlos, anonym und bietet rasche Entlastung in
belastenden oder akuten Situationen. Erreichbar ist sie von Montag
bis Donnerstag, jeweils von 9 bis 13 Uhr, unter 01/504 8000 oder per
Mail an helpline@psychologiehilft.at .

Die Helpline versteht sich nicht nur als erste Anlaufstelle für
ein entlastendes Gespräch, sondern begleitet auch dabei, passende
PsychologInnen für eine nachhaltige Unterstützung zu finden –
individuell, wohnortnah und nach fachlichen Schwerpunkten.

Ein Tag zum Wachrütteln
Der World Mental Health Day soll nicht nur daran erinnern, wie
wichtig psychische Gesundheit ist. Er soll uns wachrütteln. Denn
psychische Erkrankungen betreffen uns alle – direkt oder indirekt.
Entscheidend ist, dass jeder Mensch rechtzeitig die Hilfe bekommt,
die er braucht.

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