Wien (OTS) – Am 14. Mai 2026 wurde die ÖAMTC-Flugrettung zu ihrem
500.000. Einsatz
alarmiert – ein Meilenstein, der die zentrale Rolle der Christophorus
-Flotte in der Notfallversorgung unterstreicht. „Eine halbe Million
Einsätze sind in dieser Form österreichweit einzigartig“, hält Marco
Trefanitz, CEO der ÖAMTC-Flugrettung, fest. „Im Mittelpunkt stehen
für uns jedoch nicht die Zahlen, sondern die Menschen: Patient:innen,
die schnelle medizinische Hilfe brauchen – und natürlich unsere Crews
und Mitarbeiter:innen, die 365 Tage im Jahr für die Bevölkerung da
sind. Ohne ihr Engagement, ihre Professionalität und ihre hohe
Einsatzbereitschaft wäre dies alles nicht möglich.“
Geflogen wurde der Jubiläumseinsatz von Christophorus 18: Der
erst seit Jänner 2025 in Frauenkirchen (Burgenland) stationierte
Notarzthubschrauber wurde zu einem neurologischen Notfall im
nördlichen Burgenland alarmiert. Nach erfolgreicher Erstversorgung
wurde der Patient ins AKH Wien geflogen.
Zwtl.: Kontinuierlicher Ausbau und verändertes Einsatzspektrum
Die Anfänge der ÖAMTC-Flugrettung reichen in das Jahr 1983
zurück, als mit Christophorus 1 in Innsbruck und Christophorus 2 in
Krems die ersten Stützpunkte in Betrieb gingen. Im ersten Jahr wurden
nur 191 Einsätze geflogen. Seither wurde das System immer weiter
ausgebaut. Trefanitz: „2001 haben wir sieben bis dahin vom
Innenministerium betriebene Flugrettungsstandorte übernommen – ein
entscheidender Schritt zum flächendeckenden Notarzthubschrauber-Netz,
über das Österreich heute verfügt.“ Mittlerweile betreibt die ÖAMTC-
Flugrettung 24 Stützpunkte, darunter vier saisonale Basen und einen
Intensivtransporthubschrauber. Pro Jahr werden die Crews zu mehr als
21.000 Einsätzen alarmiert.
Dabei hat sich das Einsatzbild deutlich verändert: Während
anfangs vor allem Verkehrsunfälle dominierten, stehen heute
internistische und neurologische Krankheitsbilder – insbesondere Herz
-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle – im Vordergrund. Gerade
bei diesen Notfällen sind Zeit und schnelle Verfügbarkeit
entscheidende Faktoren. „Bei Herzinfarkt und Schlaganfall gilt: Je
schneller die Patient:innen in die richtige Klinik kommen, desto
besser sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung und desto
geringer die Gefahr bleibender Schäden“, erklärt Trefanitz.
Zwtl.: Nachweisbarer volkswirtschaftlicher Nutzen
Welche Auswirkungen die Flugrettung über die unmittelbare
medizinische Versorgung hinaus hat, zeigt eine Studie, die die ÖAMTC-
Flugrettung in Auftrag gegeben hat. „Wir haben uns beispielhaft
Herzinfarkt und Schlaganfall angesehen, weil beide Erkrankungen
häufig mit schwerwiegenden Spätfolgen verbunden sind“, erläutert
Trefanitz. „Durch die rasche Versorgung und den schnellen Transport
in spezialisierte Zentren steigen die Chancen auf eine erfolgreiche
Behandlung deutlich.“ Die Analyse zeigt zudem, dass sich die
schnellen Transportzeiten nicht nur medizinisch, sondern auch
volkswirtschaftlich auswirken. „Für jeden Euro, der in die
Flugrettung investiert wird, ergibt sich ein Nutzen von rund zehn bis
zwölf Euro. Ausschlaggebend dafür sind vor allem geringere
Folgekosten durch vermiedene oder reduzierte Langzeitschäden“, so
Trefanitz.
Zwtl.: Eingespielte Abläufe und laufende Weiterentwicklung
Die Einsatzqualität basiert auf standardisierten Abläufen und
eingespielten Crews aus Pilot:innen, Notärzt:innen und
Flugretter:innen. Parallel dazu wurde das System über die Jahre
kontinuierlich in allen Bereichen weiterentwickelt. „Es geht nicht
nur um die Anzahl der Stützpunkte, sondern um das gesamte System
dahinter – von der Wartung über die Ausbildung bis zur medizinischen
Ausstattung. Und natürlich auch um die Einbindung in das gesamte
Rettungswesen“, betont Klaus Schwarzenberger, COO der ÖAMTC-
Flugrettung. „Die Weiterentwicklungen erfolgen laufend und in vielen
Bereichen gleichzeitig. Das ist eine wesentliche Voraussetzung dafür,
dass wir den hohen Qualitätsstandard dauerhaft aufrechterhalten
können.“
Ein wichtiger Schritt war die Einführung des 24-Stunden-Betriebs
an ausgewählten Standorten. Seit 2017 stehen damit in Teilen
Österreichs Notarzthubschrauber rund um die Uhr zur Verfügung. Auch
im technischen Bereich werden Entwicklungen vorangetrieben, etwa
durch den eigenen Wartungs- und Designbetrieb HeliAir. Konzepte wie
die Kabinenlösung „Kokon“ oder das Beleuchtungssystem „Phoenix“
fanden dabei auch international Beachtung.
Zwtl.: Mission Zukunft: Weiterentwicklung im Sinne der Patient:innen
Für die kommenden Jahre liegt der Schwerpunkt auf dem weiteren
Ausbau bestehender Strukturen sowie auf neuen technologischen
Möglichkeiten. Dazu zählt unter anderem die erforderliche
Modernisierung der Flotte mit der neuen Hubschraubergeneration H140.
Zusätzlich werden satellitengestützte Flugverfahren entwickelt, um
Einsätze auch bei anspruchsvolleren Wetterbedingungen zu ermöglichen.
Darüber hinaus werden neue Einsatzformen geprüft. Ein möglicher
zukünftiger Ansatz ist der Einsatz von Drohnen für den Transport
medizinischer Güter zwischen Krankenhäusern.
Der 500.000. Einsatz ist für den CEO der ÖAMTC-Flugrettung
jedenfalls auch ein Anlass, um nach vorne zu schauen. „Unser Ziel
bleibt es, das System Flugrettung gemeinsam mit unseren Partnern
weiterzuentwickeln. Wir wollen den Menschen in Österreich auch
künftig rasch medizinische Hilfe auf höchstem Niveau bringen“, sagt
Trefanitz. „Klar ist aber auch: Die Anforderungen an die medizinische
Notfallversorgung verändern sich laufend, gleichzeitig werden die
Ressourcen knapper. Eines muss uns aber dennoch bewusst sein:
Notfälle halten sich nicht an Uhrzeiten – und auch nicht an budgetäre
Erwägungen.“
ÖAMTC-Flugrettung – Fakten auf einen Blick
Stand: Juli 2026
– Gründung: 1983
– Standorte: 24 Notarzthubschrauber-Stützpunkte
– Flottenstärke: 32 Airbus Helicopters H135
– Einsätze 2025: 21.650
– Flugminuten 2025: 666.800
– Einsatzbereitschaft: Täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang;
Christophorus 2 (Krems), Christophorus 14 (Niederöblarn) und
Christophorus 17 (St. Michael) im 24-Stunden-Betrieb
– Personal: 74 Pilot:innen, 381 Ärzt:innen, 159 Flugretter:innen, 74
Mitarbeiter:innen in Wartung und Technik (HeliAir), 56 in Verwaltung
und Ground Operation
– Alarmierung: Notruf 144
– Weitere Informationen: www.oeamtc.at/flugrettung
Weitere Bilder in der APA-Fotogalerie
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at